Übungswochenende in Imsbach

 

 

Ende 1999 veranstalteten die Rettungshundestaffeln aus Frankenthal und der Südlichen Weinstrasse ein Übungswochenende in Imsbach. Wir möchten hier die Gelegenheit nutzen und Ihnen den Sinn dieser Übungen erklären und einen kleinen Einblick in die Vielfältigkeit der Ausbildung ermöglichen.

Zuerst einmal, wo liegt Imsbach ?

Imsbach ist eine kleine Gemeinde am Donnersberg, wie geschaffen für ausgedehnte Wanderungen. Was dieses Dorf aber so interessant für die Ausbildung macht, ist die Tatsache, dass hier schon zu Zeiten der Kelten und Römer Erz abgebaut wurde.

Seit etwa 1800 wurde der Abbau intensiv betrieben. Es entstanden tiefe Grubenanlagen mit einem weitverzweigten Stollensysthem.

Diese Stollen verlaufen zum Teil sehr dicht unter der Oberfläche und sind, bis auf einige Ausnahmen, begehbar. Ein ideales Übungsgebiet für Hunde und Hundeführer.

Worin liegt aber jetzt der Zweck, ein komplettes Wochenende hier zu verbringen? Diese Wochenenden sind zum einen sehr zeitintensiv, zum anderen sind die Kosten nicht unerheblich. Ein weiterer Punkt ist, dass während solcher Wochenenden in den meisten Fällen gezeltet wird. Auch nicht jedermanns Geschmack!

Die Erfahrungen aus anderen Übungen haben aber gezeigt, dass diese Wochenenden mit sehr guten Erfolgen zu Buche schlagen.

Einerseits für die Hunde, andererseits lernen auch die Hundeführer eine Menge dazu. Es ist wichtig, gerade die Hunde immer wieder

mit neuen, unbekannten Geländen zu konfrontieren. Hier in Imsbach ist dies der Fall.

Sowohl für die Hunde, als auch für die Hundeführer war dies Neuland. Es konnten im Verlauf der Übung Situationen dargestellt werden, die für beide Seiten überraschend waren.

Vor allem die alten Stollenanlagen bieten eine Menge Möglichkeiten, die auch Dank der freundlichen Genehmigung der Gemeinde Imsbach, genutzt werden konnten. So war es den Staffeln möglich, das Schaubergwerk der „Weißen Grube“ in die Übung einzubeziehen.

Hier konnte vor allem die Effizienz des Life Detektors unter Beweis gestellt werden. Dieses Gerät, das bei jeder Feuerwehrstaffel zur Ausrüstung gehört, kann Schallwellen von verschütteten Personen aufnehmen und verstärken. So zum Beispiel, wenn Personen noch rufen oder sprechen können, aber auch die Geräusche, die entstehen, wenn sich die Person bewegt oder versucht, durch Klopfzeichen auf sich aufmerksam zu machen. Selbst durch Meterdicke Gesteins- oder Trümmerschichten ist dies möglich. Der Umgang mit dem hochempfindlichen Gerät muß natürlich immer wieder geübt werden. Hierzu sind die Stollensystheme der „Weißen Grube“ ideal geeignet.

Teilweise waren die Gesteinsschichten zwischen den Personen in den Stollen und den Sensoren des Detektors an der Oberfläche bis zu 5 Meter dick. Trotzdem konnten auch die schwächsten Klopfzeichen der versteckten Personen aufgenommen und deren Standort sehr genau bestimmt werden. Dieses Gerät wird übrigens dort eingesetzt, wo Brände, Gase oder giftige Dämpfe ein Absuchen mit dem Hund unmöglich machen.

Ein weiterer wichtiger Punkt, der für solche Wochenenden spricht ist, dass sich die Hundeführer optimal und intensiv mit ihren Hunden beschäftigen können. Das sich hier auch das Verhältnis zwischen Hund  und Hundeführer deutlich positiv entwickelt ist ein Effekt, der absolut wünschenswert ist.

Wie wichtig ein gutes Miteinander ist zeigte in sehr eindeutiger Weise der Einsatz in der Türkei. Vertrauen auf beiden Seiten, sowohl beim Hund als auch beim Hundeführer, sind unerlässlich.

Natürlich kommt auch das gesellige Beisammensein nicht zu kurz. Und wenn man Abends am Lagerfeuer noch gemeinsam zusammensaß wurden positive wie negative Erfahrungen des Tages ausgetauscht und diskutiert.